Allerdings gab es noch eine Ungewissheit auf der Brücke, der Weg führte auf einem neuen Holzsteg weiter und plötzlich stand da eine Absperrung auf dem Geh- und Radweg, die aber zur Seite geschoben war.

Hm, was machen wir nun, entweder wieder auf die Straße in den starken Verkehr oder fahren wir einfach durch. Wir fahren durch und fast am Ende waren Arbeiter dabei diesen Holzsteg zu reparieren und schimpften mit uns, es sei doch gesperrt und man fahre auf eigene Gefahr weiter. An dieser Stelle gab es keine andere Entscheidung mehr, wir nehmen die Gefahr auf uns und erreichen wohlbehalten das brodelnde Venezia.

Nun wurde es etwas spannend, Venedig ist ja autofrei und natürlich für Fahrräder auch nicht geeignet. Zu viele Menschen und ständig Brücken. Also wohin mit den Rädern, erst mal zum Bahnhof. Auf Hinweis eines Polizisten suchten wir die Gepäckaufbewahrung, die nach seiner Aussage auch Fahrräder in Verwahrung nimmt. Ha denkste, Gepäck klar, aber keine Räder.

Nun gut, wir kommen wieder an dem netten Carabinieri vorbei und er bemerkte nur etwas abwertend auf unsere Antwort, dass dort die Räder nicht angenommen wurden ‚Italia’.

Wir überlegten die Räder in der Nähe des Bahnhofs in einer Seitenstraße abzustellen und wurden von ihm darauf hingewiesen, dass das 500 Euro Strafe kosten würde. Oje, na dann müssen wir halt wieder zurück über die große Brücke, dort soll es eine Abstellmöglichkeit für Fahrräder geben. Aber so sollte es nicht kommen. Der freundliche Staatsdiener tippe bei meinem Mann auf die Schulter und bedeutete uns ihm zu folgen. Außerhalb des Bahnhofs bei einem Trafohäuschen sollten wir unsere Räder abstellen und gut anschließen. Aber er hätte uns das nicht gesagt, mein Mann: nö natürlich nicht ich verstehe nichts bin ja Ausländer. Nun konnten wir uns ins Gewühl stürzen und uns auf die Suche nach dem Piazza San Marco machen.

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Zuvor trafen wir uns aber noch mit einem Cousin von meinem Mann, der in Venedig wohnt und von unserer Radtour erfahren hatte. Venedig ist schon fast wie ein Labyrinth, sich hier nicht zu verlaufen ist schon ein Wunder, aber zum Glück findet man ständig Hinweisschilder an den Häusern.

Wir haben den Piazza San Marco dann gefunden und das obligatorische Beweisfoto darf natürlich nicht fehlen.

Der Rückweg zum Bahnhof sollte dann doch noch stressig werden, denn die Vaporetti streikten an diesem Tag (was wir gerade jetzt erfahren haben) und wir mussten den ganzen Weg wieder zu Fuß zurück.

Bild49

Wir waren rechtzeitig am Bahnhof, holten Gepäck und Räder und warteten geduldig bis angezeigt wurde, von welchem Gleis unser Zug denn nun abfahren sollte. Das war bis kurz vor Abfahrt nicht klar.

Die Räder waren schnell verstaut und wir bezogen unser enges aber eigenes Abteil. Leider konnte ich kaum schlafen, aber zumindest lag ich ein paar Stunden im Bett und habe geruht.

Am 13.09. kurz nach 6 Uhr morgens kamen wir in München an, fanden auch recht schnell unser Parkhaus. Wir hatten Glück, denn direkt vor dem Parkhaus gab es einen einzigen freien Parkplatz wo wir mit Ruhe die Räder und alles Gepäck gut verstauen konnten. Nun traten wir glücklich, stolz  und zufrieden die Heimreise an.