12.09.

Etwas ganz besonderes kam mir heute Morgen vor meine Fotolinse. An meinem Fahrrad saß auf der Kette eine Gottesanbeterin. Wenn ich das schöne Tier nicht entdeckt hätte, wäre das der sichere Tod gewesen. Ich habe mich so gefreut, kannte ich dieses Insekt doch bisher nur aus Filmen oder von Bildern, nun sah ich es real, einfach toll. Natürlich habe ich sie gerettet und auf eine Pflanze gesetzt.

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Gemütlicher Start in den letzten Tag, wieder bei tollem Wetter, aber eigentlich schon wieder zu heiß.

An dieser Stelle möchte ich einmal erwähnen, dass die Wegmarkierungen mit dem eigens für diesen Radweg entwickelten Schild in Deutschland und Österreich so ‚na ja’ waren, in Südtirol 1a, an allen neuralgischen Punkten waren die Schilder perfekt platziert.

 

Ich bemerke das deshalb an dieser Stelle, weil eben dieses Schild ab Treviso gänzlich fehlt.Symbol_M-V

Jedoch begleitete uns auf unserer weiteren Strecke ein italienisches braunes Radwegeschild und sollte bis Venedig bzw. Mestre unser ständiger Begleiter sein. Natürlich wussten wir nicht, dass diese Beschilderung einen Radweg genau bis Venedig markiert. Hätten wir das gewusst, wären uns viele unnötige Schleifen und Sucherei erspart geblieben. Wir vermuteten dass es so sein könnte, waren aber nicht sicher und auf irgendwelche Abenteuer konnten wir uns nicht einlassen, denn wir mussten heute Venedig erreichen. Jetzt wissen wir es.

 

Von Treviso nach Venedig gab es zwei Streckenmöglichkeiten. Eine etwas längere, die über Cavallino führte. Dort hätte man dann mit einem Vaporetto nach Venedig übersetzen können. Zum Glück haben wir diese Route nicht genommen, denn wie wir später in Venedig erfahren sollten, streikten an diesem Tag die Vaporetti.

Und dann eine kürzere Variante über Mestre, für die wir uns entschieden haben. Nun kamen für mich die schlimmsten Minuten auf der ganzen Tour. Man stelle sich ein Straßengewirr wie das Frankfurter Kreuz vor, nur eben mit Landstraßen. Hier herrschte ein Gewusel wie in einem Ameisenhaufen. Enge Straßen ohne Radweg und die Laster und Busse kamen so dicht an mich ran, dass ich nicht mehr fahren konnte. Ich zitterte am ganzen Körper, man konnte sich einen leichten Schlenker unmöglich erlauben. Nun quälten wir uns neben diesem dichten Verkehr durch dieses Gewimmel bis dann endlich die etwa 5 km lange Brücke Ponte della Libertà erreicht war. Alle Anspannung fiel von mir ab und das letzte Stück war nun nur noch ein Kinderspiel.

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