08.09.

Blick aus dem Fenster, der morgendliche Dunst und die ersten Sonnenstrahlen lassen wieder einen traumhaften Tag erwarten.

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Heute haben wir es ganz gemütlich angehen lassen, denn der Dolomiti-Express fährt erst um 10 Uhr ab und die Haltestelle ist ganz in der Nähe.

Wir waren dann doch recht früh am Haltepunkt und konnten so einen interessanten Mann kennen lernen. Sein Alter schätzten wir auf etwa 60 Jahre. Er war irgendwie eine Mischung aus ganz normalem Mann und Sonderling.

Stellt euch vor, ein kleiner sehr schlanker Mann in einer normalen Stoffhose und blank geputzten Leder-Halbschuhen – so etwa wie man zum Büro unterwegs ist.  Sein Begleiter war ein ganz normales Fahrrad mit einem Einkaufskörbchen hinten auf dem Gepäckträger.

Er trug einen Anorak und schulterte einen großen Rucksack. In diesem Outfit ist er alleine in den Bergen unterwegs. Er erzählte uns, dass er wohl sein ganzen Leben immer unterwegs war. Kürzlich sei er drei Monate in Vietnam gewesen und schwärmte unentwegt von Land und Menschen. Es wäre sicher interessant geworden mit ihm einen Abend zu verbringen und ihn aus seinem Leben erzählen zu lassen. Er fuhr im gleichen Bus, allerdings weiter als wir, er wollte bis Cortina.

Wir stiegen schon am Pass  Cimabanche aus und verließen nun die Provinz Belluno. Nun  begann  eine traumhafte Abfahrt, ganz gemächlich, zwar auf unbefestigtem Weg, aber gut befahrbar. Der Weg führte durch eigens für diesen Radweg gebauten Tunnel, die schwach beleuchtet waren. Total gespannt waren wir auf die Brücke die eine sehr tiefe Schlucht überspannt mit schwindelerregendem Blick in die Tiefe. Eine Brücke nur für Fußgänger und Radfahrer, eben eine schmale Brücke.

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Meine Enttäuschung war groß, konnte man doch kaum dieses Gefühl erleben, weil die Brücke zum einen mit Gittern an den Seiten bespannt war, die zudem mit blickdichtem Plastik verhängt waren. Einzelne Löcher waren bereits in das Plastik gerissen und dort konnte man einen Blick in die Tiefe riskieren, aber es war dadurch alles andere als spektakulär.

Weiter ging’s Richtung Cortina d’Ampezzo. Cortina liegt wirklich traumhaft schön in einer herrlichen Bergkulisse. Heute machten wir wieder mal eine Mittagspause und verspeisten einen Salat und Papardelle cinghiale.

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Weiter geht es auf dem toll ausgebauten Radweg, in wunderschöner Landschaft.

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An einem Punkt hätten wir uns heute womöglich wieder total verfahren, wäre uns nicht ein sehr freundlicher Italiener zu Hilfe geeilt, der sah wo wir fahren wollten und rief uns zu. Er arbeitete für längere Zeit in Modena und freute sich sehr von meinem Mann diesen Dialekt sprechen zu hören.

Es ging ein ganz schmaler steiniger Weg etwa so 20 Meter nach unten, nicht befahrbar. Danach weiter auf asphaltiertem und gut ausgebautem Weg bis Pieve die Cadore, unserem heutigen Ziel.

Was wir natürlich vorher nicht wussten – wir reservieren unsere Unterkunft immer telefonisch so um die Mittagszeit für den gleichen Abend – Pieve die Cadore liegt oben am Berg. Ich kenne keine zweite so steile Straße, hier kommt  kein normaler Mensch mit einem  Fahrrad ohne Elektromotor hoch, selbst das schieben erforderte meine letzten Kraftreserven.
Unser Albergo Cavallino lag im Zentrum des Ortes, also mussten wir ganz nach oben.

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Aber wir wurden für unsere Anstrengung belohnt. Es war ein kleiner Gasthof mit einem älteren sehr netten Ehepaar. Und dann das Abendessen! Was wir möchten wurden wir gefragt und wir baten um einen Vorschlag.
Eine typische Spezialität Ravioli gefüllt mit Tomate und andere mit Spinat in Öl, Käse drüber, ich sag nur zum hineinknien.  Danach Tacchino al ferro und Peperonata, einfach sensationell gut.

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