Der Traumpfad über die Alpen - zu Fuß von München nach Venedig.

Es war zwar schon im Jahr 1987, aber ich möchte gerne von meinem allerschönsten Urlaub erzählen und ein paar Bilder zeigen. Dieser Urlaub hat mich so nachhaltig beeindruckt, dass ich noch heute davon zehre, obwohl wir danach noch einige andere Wandertouren in den Alpen gemacht haben. Vielleicht weil es die erste Unternehmung  in dieser Art oder einfach weil es die schönste war. Ich weiß es nicht.

Die Bilder sind eingescannte Dias; es waren meine ersten Versuche und ich habe leider den großen Fehler gemacht, sie viel zu klein zu scannen, auch habe ich das Glas von den Dias nicht entfernt und habe das erst viel später realisiert, da waren sie schon nicht mehr da :( . Aus diesem Grund ist die Bildqualität sehr schlecht, aber ich hoffe trotzdem dass es ein wenig rüber kommt, was ich erlebte.

Es ist zwar schon 23 Jahre her, aber weil die Berge und sicher auch die Hütten noch immer am selben Platz stehen, ist  mein Bericht noch immer aktuell .

Wir wanderten die Tour mit unserem Freund Reinhold; allerdings starteten wir nicht direkt in München, sondern dreiviertel Tagesetappe später, weil wir in Icking (Nähe Wolfratshausen) bei einer Freundin von Reinhold (Dorothea) unser Auto abstellen konnten.

Wir wurden häufig gefragt, ob wir unsere Rücksäcke selbst getragen hätten und ob wir eine Führung gehabt hätten; einmal ja und einmal nein. Es gehört für uns einfach dazu, dass wir unsere Utensilien selbst tragen und unsere Führung waren unsere Karten und das Buch von Ludwig Grassler "Traumpfad über die Alpen".

Ein Jahr vor unserer Unternehmung begannen wir mit unserem Training, indem wir an den  Wochenenden immer mit beladenen Rucksäcken  in  unseren umliegenden Mittelgebirgen gewandert sind. Wir packten Bücher in die Säcke, denn so konnte man das Gewicht langsam an die 15 kg aufstocken. Reinhold schleppte zum Schluß seine Schneeketten durch den Odenwald und den Taunus. Wir hatten uns gut  vorbereitet  und auch genau ausgetüftelt was in den Rucksack kommt. Anfangs hatten wir viel zu viel vorgesehen, immer wieder wurde ein Stück gestrichen, bis man wirklich das Notwendigste hatte.

Am 7. August am Morgen wollten wir starten. Weit gefehlt.
Nun gut, hier mein Bericht.

Freitag, 7. August
Die Rucksäcke sind startklar und wir eigentlich auch, aber es gab noch enorme Hektik im Geschäft bei Deves (meinem Mann),  Reinhold und ich halfen  ihm  und waren dann um 19 Uhr endlich so weit, dass wir guter Dinge  Richtung Icking starten konnten, wo wir schon sehnsüchtig von Dorothea  erwartet wurden. Um 23.30 Uhr kamen wir endlich total müde dort an.

Samstag, 8. August
Es kann ja nicht alles glatt laufen, mir rutschte das Herz in die Hose, meine Kamera funktionierte nicht! Hoffentlich ist es nur die Batterie. Neue Batterie gekauft und - ja sie funktioniert! Nicht auszudenken, wenn diese erst nach zwei Tagen ausgefallen wäre!! Damals war das noch keine digitale, sondern eine kleine handliche kompakte Kamera, bestückt mit einem Diafilm. Nach einem guten bayerischen Frühstück (Weißwurst und Brezel) starteten wir voller Erwartungen und überaus gut gelaunt auf unsere Traumtour. Dorothea  wanderte diesen ersten Tag mit uns. Es ging in den wunderschönen Isarauen entlang der Isar, auf teilweise verwilderten Wegen, wodurch der erste Tag schon etwas abenteuerlich war, denn wir mußten oft unseren Weg im Dickicht suchen.

Nach einer sehr bequemen Wanderung erreichten wir  Bad Tölz. Gerade an diesem Tag wurde dort das Isar-Brückenfest gefeiert. Nachdem wir unser Quartier für die Nacht gefunden hatten, feierten wir kräftig mit und ließen das eine und auch das zweite (!) Bier durch unsere Kehlen fließen.

Sehr spät, viel zu spät für unser Vorhaben, gingen wir in unsere Betten.